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Kurz gesagt

Eine Tigermücke melden Sie am besten, indem Sie das Tier unbeschädigt fangen, einfrieren und an den Mückenatlas schicken. Viele Städte nehmen zusätzlich Fotos mit Fundort per E-Mail entgegen. Erkennbar ist die Art an ihrer schwarz-weißen Färbung, einer weiß-silbrigen Linie über Kopf und Rücken und daran, dass sie tagsüber sticht.

  • Typisch für die Tigermücke sind eine weiß-silbrige Linie mittig über Kopf und Rücken und weiße Ringe an den Hinterbeinen.
  • Nicht jede gestreifte Mücke ist eine Tigermücke, heimische Ringel- und Buschmücken sehen ähnlich aus.
  • Den sicheren Artnachweis liefert eine Einsendung an den Mückenatlas von ZALF und Friedrich-Loeffler-Institut.
  • Wasserbehälter sollten Sie laut Umweltbundesamt mindestens einmal pro Woche restlos leeren und reinigen.
  • Laut RKI wurden Übertragungen von Dengue, Chikungunya oder Zika durch Mücken in Deutschland bisher nicht beobachtet (Stand Juni 2026).

Eine kleine, schwarz-weiße Mücke, die am helllichten Tag auf der Terrasse sticht: Das kann eine Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sein. Laut Umweltbundesamt gilt die Art inzwischen in über 20 europäischen Ländern als etabliert, darunter auch in Deutschland.

Dieser Beitrag zeigt, woran Sie die Tigermücke erkennen, womit sie verwechselt wird, wo Sie einen Fund melden und wie Sie Brutstätten am Haus beseitigen. Wie ein Fachbetrieb Brutquellen sucht und Mücken an der Ursache bekämpft, beschreibt unsere Seite zur Mückenbekämpfung und Brutquellensuche.

Wie erkenne ich die Asiatische Tigermücke

Die Asiatische Tigermücke ist klein, auffällig schwarz-weiß gemustert und trägt eine weiß-silbrige Linie mittig über Kopf und Rücken. Dazu kommen weiße Ringe an den Hinterbeinen.

Laut Umweltbundesamt wird die Mücke selten größer als 9 Millimeter, die Stadt Köln nennt 3,4 bis 8 Millimeter. Die Flügel sind nach UBA-Angaben durchsichtig und ungemustert. Die Stadt Mannheim beschreibt fünf weiße Ringel am hinteren Beinpaar, wobei das letzte Fußglied vollständig weiß ist.

Ein zweites Merkmal ist das Verhalten. Anders als viele heimische Stechmücken sticht die Tigermücke laut UBA nicht nur in der Dämmerung, sondern auch tagsüber. Die Stadt München beschreibt ein aggressives Stechverhalten, die Stiche würden meist schmerzhafter als gewohnt wahrgenommen. Aktiv ist die Art laut Stadt Köln vor allem von April bis Oktober.

Womit kann man die Tigermücke verwechseln

Die Tigermücke wird häufig mit heimischen Ringelmücken und Buschmücken verwechselt, die ebenfalls dunkel und gestreift sind. Die Stadt München stellt klar: Nicht jede dunkle Mücke mit Streifen ist eine Tigermücke.

Einen Anhaltspunkt gibt das Gesundheitsamt Düsseldorf: Die heimische Ringelmücke wirkt meist bräunlicher und weniger kontrastreich gefärbt. Bei der Tigermücke fallen dagegen die weißen Enden der Hinterbeine auf, die das Amt als „weiße Schuhe“ bezeichnet.

Prüfen Sie bei einem Verdacht diese Punkte:

  • Weiß-silbrige Linie in der Mitte von Kopf und Rücken
  • Weiße Ringe an den Hinterbeinen, letztes Fußglied ganz weiß
  • Kontrastreiches Schwarz-Weiß statt Braun
  • Stiche auch am Tag

Mit bloßem Auge bleibt eine Restunsicherheit. Die Stadt Köln bittet deshalb darum, Exemplare zur Artbestätigung an den Mückenatlas zu schicken.

Wo brütet die Tigermücke

Die Tigermücke brütet in kleinen Wasseransammlungen, etwa in Blumenuntersetzern, Gießkannen, Eimern, Regentonnen und verstopften Dachrinnen. Das Umweltbundesamt bezeichnet sie als Containerbrüter, die natürliche Stellen wie Astlöcher und künstliche Behälter wie Regentonnen, Vogeltränken oder Blumenvasen nutzt.

Die Weibchen legen ihre schwarzen Eier laut UBA dicht oberhalb kleiner Wasseransammlungen ab, die Entwicklung dauert etwa 7 bis 20 Tage. Die Stadt Köln nennt als weitere Brutstätten alte Reifen und Plastikbecher, die Stadt Mannheim auch Hofgullys und Tiertränken.

Die Eier sind der Grund, warum Ausleeren allein nicht immer reicht. Sie sind laut einer UBA-Meldung von 2017 sehr resistent gegenüber Kälte und Trockenheit und schlüpfen erst bei Kontakt mit Wasser, teils Monate später. Nach Angaben der Stadt Köln überstehen sie Frost bis minus 10 Grad und können so überwintern.

Wo kommt die Tigermücke in Deutschland vor

Populationen der Tigermücke sind laut Robert Koch-Institut vor allem im Südwesten Deutschlands bekannt, entlang des Rheins, außerdem in Berlin und anderen urbanen Gebieten, und sie breiten sich weiter aus. So steht es auf der RKI-Übersicht zu mückenübertragenen Erkrankungen mit Stand 23. Juni 2026.

Nachgewiesen wird die Art in Deutschland schon länger: Laut UBA-Meldung von 2017 tritt sie seit 2011 regelmäßig in Bayern und Baden-Württemberg auf. In Sachsen meldete das Sozialministerium im September 2024 das erste bestätigte Vorkommen im Dresdner Stadtteil Neustadt.

Für mehrere Großstädte haben wir die Angaben der Behörden auf unseren Stadtseiten zusammengetragen, jeweils mit Quelle:

Stadt Belegter Stand laut Stadt oder Behörde Meldeweg für Verdachtsfunde
Köln Funde in Nippes und Rodenkirchen, bestätigt im August 2025 Foto mit Fundort an das Gesundheitsamt per E-Mail
Bonn Erste etablierte Population in Oberkassel, Monitoring seit August 2025 Mückenatlas oder Foto per E-Mail
Berlin Neue Population in Pankow (September 2024), zuvor Funde in Treptow-Köpenick und Neukölln Vektormonitoring des Gesundheitsamts Mitte
München Populationen in Großhadern und Laim (Juli 2025) E-Mail an das Gesundheitsreferat oder Einsendung an das LGL
Nürnberg Mehrere Nachweise in Katzwang und Neu-Katzwang (2025) Eingefroren und trocken verpackt an das LGL
Stuttgart Ausbreitung, kostenlose Bti-Tabletten in drei Bezirksrathäusern Siehe Stadtseite
Mannheim Fest angesiedelt in acht Stadtteilen Siehe Stadtseite
Karlsruhe Größere Population in Durlach seit 2017 Siehe Stadtseite
Freiburg In allen Stadtteilen außer Günterstal und Kappel Siehe Stadtseite
Wiesbaden Angesiedelt in Südost, Kostheim und Teilen von Kastel Siehe Stadtseite
Mainz Erste kleinere Populationen im Stadtgebiet Siehe Stadtseite

Nicht überall ist die Art angekommen. In Düsseldorf ist die Tigermücke laut Gesundheitsamt bislang nicht nachgewiesen, in Essen gibt es laut Gesundheitsamt möglicherweise Einzelfunde, aber keine etablierte Population. Alle weiteren Städte finden Sie in der Übersicht unserer Einsatzgebiete.

Wie gefährlich ist die Tigermücke

Die Tigermücke kann laut Umweltbundesamt mehr als 20 Viren übertragen, darunter Dengue-, Chikungunya-, Zika- und West-Nil-Viren. In Deutschland wurden Übertragungen von Dengue, Chikungunya und Zika durch Stechmücken laut RKI bisher nicht beobachtet (Stand Juni 2026).

Ein Stich ist also nicht automatisch gefährlich. Laut RKI-FAQ müssen dafür drei Dinge zusammenkommen: Die Mücke muss eine Person stechen, die das Virus von einer Reise mitgebracht hat, und zwar in einem engen Zeitfenster, weil die Viren meist nur wenige Tage im Blut sind. Anschließend muss sie im Hochsommer lange genug leben, um Wochen später erneut Blut zu saugen.

Das größte Potenzial sieht das RKI beim Chikungunyavirus, das die deutschen Tigermücken unter hiesigen Temperaturen gut übertragen könnten. Für Dengue und Zika reichen mitteleuropäische Sommertemperaturen laut RKI meist nicht aus. Passend dazu wies das Bernhard-Nocht-Institut 2018 im Labor nach, dass sich Chikungunya-Viren in Mücken aus der deutschen Population auch bei 18 Grad gut vermehren.

In Südeuropa gab es laut RKI in den vergangenen Sommern kleine Cluster lokal übertragener Infektionen, etwa in Italien und Frankreich, dort 2025 auch an der Grenze zu Deutschland. Das RKI rechnet damit, dass einzelne in Deutschland erworbene Chikungunya-Infektionen künftig in den Sommermonaten auftreten. Reiserückkehrer sollten sich laut RKI im Sommer und Herbst aktiv vor Mückenstichen schützen.

Juckende Stiche nach einer Reise müssen übrigens nicht von Mücken stammen. Woran Sie Bettwanzenstiche von Mückenstichen unterscheiden, lesen Sie in unserem Beitrag zu Bettwanzen aus dem Urlaub.

Wo kann ich eine Tigermücke melden

Eine verdächtige Tigermücke melden Sie bundesweit beim Mückenatlas, einem Projekt des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und des Friedrich-Loeffler-Instituts. Dort wird die eingeschickte Mücke bestimmt, viele Städte nehmen zusätzlich Fotos mit Fundort entgegen.

So funktioniert die Einsendung laut Mückenatlas:

  1. Ein verschließbares Gefäß aus Glas oder Kunststoff über die Mücke stülpen.
  2. Das Gefäß über Nacht ins Gefrierfach legen, um die Mücke zu töten.
  3. Bei Feuchtigkeit das Gefäß offen stehen lassen, bis sie verdunstet ist.
  4. Das Einsendeformular ausdrucken und ausfüllen.
  5. Die tote Mücke ohne Anfassen in einen bruchsicheren, geschlossenen Behälter geben und an das ZALF in Müncheberg schicken.

Das Porto tragen Sie selbst, eine Erstattung ist laut Mückenatlas nicht möglich. Wichtig ist, das Tier nicht zu zerdrücken: Laut Friedrich-Loeffler-Institut sollen Stechmücken unbeschädigt eingefangen und tiefgefroren werden.

In Bayern gibt es einen zweiten Weg: München und Nürnberg nennen das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit als Anlaufstelle. Welche E-Mail-Adresse Ihre Stadt nutzt, steht in der Tabelle oben und auf der jeweiligen Stadtseite.

Wie beuge ich Tigermücken am Haus vor

Die wirksamste Vorbeugung ist, stehendes Wasser zu vermeiden: Das Umweltbundesamt empfiehlt, Wasserbehälter wie Vogeltränken mindestens einmal pro Woche restlos zu leeren und gründlich zu reinigen und Regentonnen dicht abzudecken. Wo das nicht geht, helfen Bti-Tabletten gegen die Larven.

Weil die Eier am Rand kleben, rät die Stadt Mannheim, Behälter mit mindestens 60 Grad heißem Wasser zu behandeln oder die Ränder kräftig abzubürsten.

Brutstätte Maßnahme Beleg
Blumenuntersetzer, Eimer, Gießkannen Mindestens einmal pro Woche restlos leeren, ungenutzte Behälter umdrehen oder trocken lagern UBA, Stadt Düsseldorf
Vogeltränke, Tiertränke Wöchentlich leeren und gründlich reinigen UBA
Regentonne Dicht abdecken, etwa mit Insektenschutznetz; sonst Bti-Tabletten UBA, Stadt Freiburg
Behälterwände mit Eiern Mit mindestens 60 °C heißem Wasser behandeln oder abbürsten Stadt Mannheim
Dachrinne, verstopfter Abfluss Regelmäßig reinigen Stadt Köln, Stadt Düsseldorf
Hofgully, nicht leerbare Wasserstellen Bti-Tabletten, in Tigermücken-Gebieten laut Köln 14-täglich Stadt Mannheim, Stadt Köln
Alte Reifen, Plastikbecher Entfernen oder regengeschützt lagern Stadt Köln

Bti ist ein biologischer Wirkstoff, der die Mückenlarven abtötet. Laut Stadt Mannheim ist er für Menschen und Tiere unbedenklich. Mehrere Städte geben die Tabletten kostenlos aus, darunter Mannheim, Stuttgart, Wiesbaden und Freiburg.

Gegen Stiche selbst empfiehlt das Umweltbundesamt helle Kleidung und Repellentien, das RKI nennt lange Kleidung. Insektenschutzgitter an Fenstern halten Mücken zusätzlich aus der Wohnung. Wer Haus und Garten regelmäßig auf Schwachstellen prüfen lassen möchte, findet Informationen zur Schädlingsprävention mit Inspektion und Monitoring.

Was tun Städte gegen die Tigermücke

Städte mit Tigermücken-Populationen setzen auf Monitoring, beauftragte Bekämpfungsteams und kostenlose Bti-Tabletten für Anwohner. Eine flächendeckende Bekämpfung ist laut Stadt Mannheim aus personellen und finanziellen Gründen jedoch nicht möglich.

In Mannheim übernimmt die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) regelmäßige Bekämpfungsmaßnahmen. Die Stadt Freiburg hat die Firma Icybac beauftragt, die an Brennpunkten Ruderfußkrebse als natürliche Fressfeinde der Larven einsetzt. Hausbesuche gibt es dort nur in stark betroffenen Gebieten, Bti-Tabletten erhalten Haushalte als Zehnerpackung.

Andere Städte beobachten, bevor sich die Art festsetzt: München hat sein Monitoring seit 2023 auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet. In Hamburg läuft laut Sozialbehörde ein aktives Stechmücken-Monitoring, um eine Ansiedlung früh zu erkennen, und das Gesundheitsamt Frankfurt untersucht Stechmücken im Vektormonitoring auf ihr Vorkommen und auf Krankheitserreger.

Den eigenen Garten kann keine Stadt kontrollieren. Treten auf Ihrem Grundstück trotz aller Vorsicht viele Mücken auf, vermitteln wir Ihnen einen geprüften Kammerjäger für Ihr Zuhause, der Brutquellen sucht und Sie berät, mit Festpreis vor Arbeitsbeginn. Einen Überblick über alle Leistungen finden Sie unter Schädlingsbekämpfung.

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Asiatische Tigermücke (zuletzt aktualisiert 24.09.2026)
  2. Umweltbundesamt: Achtung Tigermücke! (18.08.2017)
  3. Robert Koch-Institut: Mückenübertragene Erkrankungen im Überblick (Stand 23.06.2026)
  4. Robert Koch-Institut: FAQ zu mückenübertragenen Erkrankungen
  5. Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin: Mücken können Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten (19.07.2018)
  6. Mückenatlas (ZALF und FLI): Mückenjäger werden
  7. Friedrich-Loeffler-Institut: Neue Saison für den Mückenatlas
  8. Stadt Köln: Asiatische Tigermücke
  9. Landeshauptstadt München: Asiatische Tigermücke
  10. Gesundheitsamt Düsseldorf: Asiatische Tigermücke
  11. Stadt Mannheim: Asiatische Tigermücke
  12. Stadt Freiburg: Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke (23.04.2026)
  13. Sächsisches Sozialministerium: Erstmaliges Vorkommen der Asiatischen Tigermücke in Dresden (27.09.2024)

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